Dienstag, 2. November 2010

Recklinghausen leuchtet 2010









Am kommenden Samstag endet die diesjährige Aktion "Recklinghausen leuchtet", innerhalb der historische Teile der Innenstadt in ein mystisches Licht herausgehoben werden. Auch in diesem Jahr lockte die Aktion zahlreiche Besucher in die Stadt und bestätigten somit die Konzeption. Höherpunkt waren die gelungenen Projektionen an der Rathausfassade an dem Eröffnungswochenende. Positives Fazit: Recklinghausen hat lebendige Geschichte.

Freitag, 23. Juli 2010

"Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt"

Den folgenden offenen Brief sendete ARD-Korrespondent Stephan Ueberbach an die Bundeskanzlerin, nachdem diese die neuesten Sparpläne mit dem Kommentar:
"Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt" vorstellte.

Ich finde, treffender geht's nichts mehr:



Liebe Bundesregierung, sehr geehrte Frau Merkel,

wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie sagen, wir hätten
jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt?

Ich jedenfalls habe das nämlich ganz sicher nicht getan. Ich
gebe nur das Geld aus, das ich habe. Ich zahle Steuern, bin
gesetzlich krankenversichert und sorge privat für das Alter
vor. Ich habe mich durch Ihre Abwrackprämie nicht dazu
verlocken lassen, einen überflüssigen Neuwagen zu kaufen, ich
bin kein Hotelier und kein Milchbauer. Und "Freibier für alle"
habe ich auch noch nie verlangt.

Wer war wirklich maßlos?

Meinen Sie vielleicht die Arbeitslosen und Hartz IV-Bezieher,
bei denen jetzt gekürzt werden soll? Meinen Sie die Zeit- und
Leiharbeiter, die nicht wissen, wie lange sie ihren Job noch
haben? Oder meinen Sie die Normalverdiener, denen immer
weniger netto vom brutto übrigbleibt? Haben die etwa alle
"über ihre Verhältnisse" gelebt?

Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die
Banken, die erst mit hochriskanten Geschäften Kasse machen,
dann Milliarden in den Sand setzen, sich vom Steuerzahler
retten lassen und nun einfach weiterzocken als ob nichts
gewesen wäre.

Mehr Beispiele gefällig?

Zum Beispiel ein beleidigter Bundespräsident, der es sich
leisten kann Knall auf Fall seinen Posten einfach hinzuwerfen
- sein Gehalt läuft ja bis zum Lebensende weiter, Dienstwagen,
Büro und Sekretärin inklusive.

Zum Beispiel die Politik, die unfassbare Schuldenberge
aufhäuft und dann in Sonntagsreden über
"Generationengerechtigkeit" schwadroniert. Die von
millionenteuren Stadtschlössern träumt und zulässt, dass es in
Schulen und Kindergärten reinregnet. Die in guten Zeiten Geld
verpulvert und in der Krise dann den Gürtel plötzlich enger
schnallen will, aber immer nur bei den anderen und nie bei
sich selbst.

Liebe Frau Bundeskanzlerin, nicht die Menschen, sondern der
Staat hat dank Ihrer tätigen Mithilfe möglicherweise über
seine Verhältnisse gelebt. Ganz sicher aber wird er unter
seinen Möglichkeiten regiert.

Mit - verhältnismäßig - freundlichen Grüßen,

Sonntag, 27. Juni 2010

Recklinghausen bleibt schwarz-rot-gold







Es herrscht Euphorie in den Straßen; jedenfalls was die Fußballweltmeisterschaft angeht, solange die deutsche Mannschaft im Turnier ist. Auch das "Public Viewing" findet wieder großen Anklang. Wer möchte kann auf dem Rathausvorplatz mit tausenden feierwütigen Gleichgesinnten eine Leinwand anfeuern. Spätestens über die Autokorsos nach den Spielen mit gejohle und gehupe dürfte nicht jedermanns Sache sein. Aber was solls, wer Spaß daran findet wird sich eh nicht bremsen lassen. Viele sehnen sich offensichtlich nach einem "Sommermärchen" und ich bin bestimmt kein Spaßverderber.

Dienstag, 8. Juni 2010

Saalbau: Seifenblase ist geplatzt

Seit 10 Jahren ist der baufällige Saalbau dicht. Der Bürgermeister und die ihn tragenden Kräfte haben auch noch vor der letzten Kommunalwahl 2009 die Hoffnung geschürrt, diese traditionsreiche Veranstaltungshaus zum Leben erwecken zu können. Das war unrealistisch. Jeder, der bereit war die Sache nüchtern zu betrachten, konnte sich ausrechnen, dass es keinen Sinn mehr macht. Durch 10 Jahre des Liegenlassens eines aufgebrauchten Gemäuers dürfte sich die marode Bausubstanz auch nicht verbessert haben. Das die Sparkasse Vest bereit war das Renovierungsprojekt mit 10 Millionen zu subventionieren ist schon sehr fragwürdig. Irgendwie können Bänker wohl nicht mit andere Leuts Geld umgehen. Dass zuletzt noch 180.000 Euro für einen Archtektenwettbewerb zum Fenster geworfen wurden, ist jedenfalls ein Skandal.Wenn es kein Wahbetrug war, wie heute die SPD in der Presse behauptet, dann war es jedenfalls eine unglaubliche politische Fehleinschätzung. Fiktive Frage: was wäre ein revitalisierter Saalbau wert, wenn die Zugangsstraßen nicht mehr verkehrsgängig wären? Die Dorstener Straße ist doch nur noch ein schlechter Flickenteppich. Was auch nur unzureichend beleuchtet wurde: die notwendigen Betriebskosten eines Veranstaltungshauses. Wer glaubt denn, dass genug Einnahmen erwirtschaftet worden wäre um die Ausgaben zu decken? Recklinghausen wird durch die Aufgabe des Hauses weder kulturell noch gesellschaftlich ärmer. Es ist schon 10 Jahre "ohne" gegangen. Und was nicht geht das geht halt nicht.

Montag, 7. Juni 2010

Besuch der Zeche Ewald







Auch das Bergwerk Ewald in Herten hat längst dicht gemacht. Die beiden Fördertürme, die noch verbliebenen Gebäude, teilweise schon mit Ruinencharakter, wirken wie aus einer längst vergangenen Zeit. Doch ist in Herten eine sehr interessante Entwicklung gelungen. Fördertürme und alte Gebäude als Zeugnis der Bergbaugeschichte. Entstehung eines neuen Gewerbeparks mit immerhin einigen sichtbaren Ansätzen; Revuepalast statt Kohleförderung. Ausflugsziel mit interessanten Ausblicken auf den gesamten Landschaftspark und die weitere Umgebung. Anders als „Blumenthal“ in Recklinghausen könnte man bei „Ewald“ bei optimistischer Blickweise von einem Zukunftspark sprechen.

Sonntag, 6. Juni 2010

Meine Woche in Recklinghausen (31.5. - 6.6.10)

Das schönste in dieser Woche: der Frühsommer zeigte sich letztendlich von seiner besten Seite. Dazu dank Fronleichnam die allerdings vorläufig letzte Viertage- Woche. Viele nutzten zusätzlich den Freitag als Brückentag für ein unendlich langes Wochenende. Bei dem Wetter heißt es einfach nur raus gehen. Die milden Temperaturen und die Farbenvielfalt des Somers genießen.
Im Rathaus streiten die Parteien über das Sparpaket, welches dieses Mal insbesondere die Stadtteile im Süden der Stadt betrifft. Die Stadtteile haben eine zu schwache Lobby. Erst jetzt, wo es hart auf hart kommt, wird man wach. Wenn die Kommunalpolitiker mit offenen Augen und Ohren mal durch die Straßen gehen würden, dann könnten sie viele Dinge wahrnehmen, die nicht in Ordnung sind. Einfach mal hin und wieder spazieren gehen, nicht nur für ein Pressefoto. Die Sparvorschläge sind sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es kommt aber darauf an die Prioritäten deutlich zu machen und das richtige Maß zu bewahren. Das gilt allerdings auch für Kritik. Zu behaupten, Bürger bestimmter Stadtteile würden für ihr Wahlverhalten bestraft, ist politischer Klamauk. Das merken sicher auch die Betroffenen und das steigert keinesfalls die eigene Glaubwürdigkeit.
Große Themen gab es reichlich. Der Rücktritt des Bundespräsidenten. Seine Darstellung von deutschen Wirtschaftsinteressen, die man auch im Zusammenhang mit dem Afghanistan sehen muss, finde ich unmöglich. Für wessen Geld lassen deutsche Soldaten in diesem fremden Land ihr Leben? Dramatisch schlimmer als ein Präsidentenrücktritt bleibt für mich die Umweltkatastrophe durch auslaufendes Öl im Golf von Mexiko. Es ist grausame Ohnmacht, mit der wir Tag für Tag die Bilder vom verschmutzten Meer, zerstörten Naturräumen und verendeten Tieren über uns ergehen lassen müssen. Es ist ja nicht nur der geldgeile und verantwortungsvolle Konzern BP, der Schuld trägt. Auch diejenigen, die so etwas politisch zulassen tragen Verantwortung. Letztendlich ist der weltweite Hunger nach Öl und Benzin, der solche Machenschaften erst ermöglicht. Wir alle müssen umdenken.

Samstag, 5. Juni 2010

Tiere, Menschen, Sensationen

















Ob sich die Affen wegen der vielen Menschen so geprügelt haben?Jedenfalls waren die Tiere an diesem Tag deutlich in der Minderzahl.Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb: ein lohnendes Ausflugsziel, der Erlebniszoo in Gelsenkirchen.